Erläuterungen

Die folgenden Erläuterungen liefern eine kurze Einführung in die von uns untersuchten 18 rhythmischen Muster, die sich in der postmetrischen Lyrik der Moderne und Postmoderne finden lassen. Es handelt sich in der unten stehenden Liste um Muster jenseits der bekannten Formen der Metrik (Jambus, Trochäus oder Anapäst); die hier gelisteten Muster sind nicht am metrischen Versfuß, sondern vielmehr an Alltagssprache, an Musikstilen wir Jazz, Bebop oder HipHop, oder etwa an den Experimenten der konkreten Poesie orientiert. Wir haben diese Muster zudem anhand einer fluency-disfluency-Skala sortiert, beginnend mit dem von Walt Whitman entwickelten Langzeiler (Nr. 1), und endend mit der lettristischen Dekomposition (Nr. 18), die als Stilprinzip 1945 von Isidore Isou entwickelt wurde, deren Wurzeln aber im Dadaismus liegen. Diese Sortierung am fluency-disfluency-Kriterium soll u.a. verdeutlichen, dass die free verse prosody in unserem Projekt nicht nur anhand US-amerikanischer Muster und Stile erarbeitet wurde, sondern auch rhythmische Experimente etwa aus dem weit stärker in Europa entstandenen Genre der Lautdichtung oder der konkreten Poesie umfasst. In jeder der einzelnen anklickbaren Erläuterungen sind zudem Hörbeispiele aus dem Lyrikline-Korpus angegeben, die im erklärenden Fließtext blau unterlegt sind und sich durch Anklicken aktivieren lassen.

  1. Langzeiler
  2. Parlando
  3. flows
  4. Freie Assoziation
  5. Kadenz
  6. Unbetonte Enjambements
  7. Variabler Versfuß
  8. Sprungrhythmus
  9. Synkopen
  10. Rubato
  11. Permutationen
  12. Gestischer Rhythmus (= Betonte Enjambements)
  13. Cut-up-Rhythmen
  14. Dialektgedichte
  15. Ellipsen
  16. Stakkato
  17. Syllabische Dekomposition
  18. Lettristische Dekomposition