Rhetoriken der Bewegung. Tanz – Pantomime – Akrobatik. Tagung

Plakat - Rhetoriken der Bewegung
Datum: 30.11.-01.12.2018
Ort: KL32/202 (am 30.11.) & JK33/121 (am 01.12.)
Organisation: Nina Tolksdorf
Anmeldung: nina.tolksdorf@fu-berlin.de (bis 16.11.2018)

In weiten Teilen der Geisteswissenschaften haben wir es, sobald die Schrift ihren Weg auf das Papier gefunden hat, mit einem relativ unbeweglichen Schrift-Begriff zu tun. Schrift kann demzufolge Bewegung zwar einfangen und festhalten, ist selbst aber statisch. In Walter Benjamins Berliner Kindheit um 1900 lässt sich ein Gegenmodell ausmachen: In den in der Schule ausgeteilten Schmökern geht das lesende Kind „im Gestöber der Lettern“ Geschichten von fernen Ländern nach. Das Gestöber erinnert es an Schneegestöber, mit anderen Worten an tanzende Schneeflocken, die ihm im Winter lautlos Geschichten erzählten. Hier wird auf eine Beweglichkeit der Schrift angespielt, die bisher vor allem von den Tanz- und Theaterwissenschaften aufgegriffen wurde, von den Literaturwissenschaften jedoch weitestgehend unbeachtet blieb. Der Workshop wird zum einen diskutieren, welche Rhetoriken Bewegung inszenieren und was passiert, wenn Schrift selbst in Bewegung gerät. Zum anderen wird er fragen, welche Auswirkungen eine Dynamisierung des Schriftbegriffs für die literaturwissenschaftliche Praxis haben kann.

Programm

Freitag, 30.11.2018 (KL 32/202)


9:30-10:00

Begrüßung (Nina Tolksdorf)
10:00-11:00

Verena Meis „Fluide Texturen”
11:15-12:45

Alexander Schwan „Runentanz als Skandalon der écriture corporelle”
12:45

Mittagessen
14:00-15:00

Margarete Fuchs „Zusammendenken: Performanz – Material – Schrift“
15:15-16:15

Felix Reinstadler „Wie die Schrift sich bewegt. Über eine Beschreibung und eine Zeichnung Adalbert Stifters.”
16:30-18:00

Nina Hlava-Martin „Pantomime versus Dekadenz”
19:00

Abendessen

Samstag, 01.12.2018 (JK 33/121)


09.00 -10.30
Lucia Ruprecht „Die Geste als (nicht-)lesbare Bewegung”
10.45-11.45
Barbara Di Noi „Der Tanz der Buchstaben und der Klänge in E.T.A. Hoffmanns Prinzessin Brambilla auf dem Hintergrund der mimetischen Theorie Walter Benjamins”
12.00-13.00
Mathias Meert „Texttheatralität der Pantomime”
13:00
Mittagessen
14.30-15.30
Johanna-Charlotte Horst TBA
15:45-16:45
Julia Röthinger „Im Labyrinth der Sprache. Tanz der Buchstaben in Friedrich Dürrenmatts Ballade Minotaurus”
17.00
Verabschiedung