»Breit doch dein Wir aus«: Interaktion und Kollaboration in der Lyrik

Plakat »Breit doch dein Wir aus«: Interaktion und Kollaboration in der Lyrik
Bildquelle: FSGS
Bildquelle: FSGS
Datum: 23.11.2018
Ort: JK 33/121
Organisation: Izabela Rakar izabelarakar@yahoo.com

Schreiben ist eine soziale Praxis: poetische Texte entstehen immer unter Einfluss anderer Autoren und Werke, sie bedürfen einer Lyrikgemeinschaft, die ihre Bedeutung erkennt und sie validiert. Nichtsdestotrotz scheint die romantische Idee vom Autor als solitärem Genie das Konzept Lyrik weiterhin zu bestimmen. Dabei schreibt die schriftstellerische Praxis oft andere Geschichten. Einschlägige Beispiele lassen sich vom Mittelalter mit seinen Sängerschulen, den Avantgarden, bis weit ins 20. Jahrhundert ausmachen. Die medialen und technologischen Bedingungen des 21. Jahrhunderts eröffnen zusätzliche Formen der Interaktion und Kollaboration. Die Tagung fokussiert daher auf Aspekte der Affiliation, Kollaboration und Interaktion, als notwendige Voraussetzungen für das Entstehen poetischer Texte. Wie tragen Konstellationen von Autoren zur »wechselseitige[n] Potenzierung, wechselseitige[n] Bestätigung eingeschlagener Prozessionsrouten, Prozeduren, etc., also [zur] wechselseitige[n] Kontaminierung« (Friederike Mayröcker) bei? Unter welchen Bedingungen entstehen Kollektive, Gruppen und Netzwerke? Wenn es um das Schaffen einer Art der »autonomen pluralen Existenz« (Lisa Robertson) geht, welche Auswirkungen hat das auf die Poetiken, Subjektkonzeptionen? Welche Potenziale stecken in Praxen kollektiven Lesens, Schreibens und Sprechens gegenüber individualistisch angelegten Formen?

Programm

23.11.2018

10:00 Uhr Keynote: PD DR. CHRISTIAN METZ: Planetarische Kollektive. Warum die Gegenwartslyrik Zusammenarbeit als Konstellation denkt.

11:00 Uhr MAXIMILIAN MENGERINGHAUS: Gruppenarbeit. Die kollektiven Poetiken Helm aus Phlox und TIMBER!

SAMUEL HAMEN: Das schwächste Glied des Kettengedichts? Das 48-Stunden-Gedicht von Jürg Halter und Tanikawa Shuntarõ

12:30 Uhr  Mittagspause

13:30 Uhr IZABELA RAKAR: »Naherfahrungen, Distanzgewinne«: Einfluss und literarische Netzwerke am Beispiel von Thomas Kling

ALEXANDER WEINSTOCK: Marcel Beyer – Flaschenpostpoetik

15:00 Uhr Kaffeepause

15:30 Uhr DR. ANNA BERS: Performance – Wechselwirkungen zwischen Performer_in, Text und Publikum

MIRIAM RAINER: »… ›Verständigung‹, die Sprache«: Überlegungen zum kollektiven Übersetzen und Versatorium

17:00 Uhr Kaffeepause

17:30 Uhr Diskussion über Übersetzung und Kollaboration, Moderation: Felix Reinstadler
Mit RAOUA ALLAOUI, KENAN KHADAJ,JAKE SCHNEIDER, MATHIAS TRAXLER

19:00 Uhr Abendessen