Podiumsdiskussion | Comp Lit Global: (Wie) kann die Komparatistik den Eurozentrismus überwinden?

Gestaltung: Hanna Zeckau / www.kiosk-royal.com
Datum: 09.11.2018 19.30 Uhr
Ort: ICI Berlin, Christinenstraße 18–19, Haus 8
Programm
Um Anmeldung wird an fsgs@fu-berlin.de gebeten.

Die Podiumsdiskussion mit Eva Geulen (ZfL Berlin), Andrew James Johnston (FU Berlin), Susanne Klengel (FU Berlin), Jutta Müller-Tamm (FU Berlin) und Russell West-Pavlov (Eberhard Karls Universität Tübingen) findet im Rahmen der FSGS-Jahrestagung und den Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum der Friedrich Schlegel Graduiertenschule statt.

Die Literaturwissenschaft – und die Komparatistik ganz besonders – steht vor großen Herausforderungen: In den Vereinigten Staaten und in der englischsprachigen Welt insgesamt, doch nicht nur dort, hat sich das Fach im Zeichen des Postkolonialismus und vor allem der neueren Debatte zum Thema Weltliteratur umdefiniert. Nicht nur erweitert sich der Kanon, sondern zwangsläufig ändern sich auch die Perspektiven, mit denen dieser Kanon betrachtet und erschlossen und auf dessen Grundlage er immer wieder ergänzt und neu definiert wird. Vor diesem Hintergrund muss sich die deutschsprachige Tradition der Komparatistik mit ihrer Tendenz zu europäischen Texten, zur Literaturtheorie und zum Künstevergleich immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, im Eurozentrismus stecken geblieben zu sein.

Die Podiumsdiskussion will sich diesem Problem stellen: Kann die traditionelle Komparatistik sich auf der Basis ihrer historischen Grundlagen den neuen Herausforderungen stellen? Was bedeutet Literaturtheorie unter globalem Vorzeichen? Inwieweit verändern sich unsere grundlegenden literaturwissenschaftlichen Begriffe und Paradigmen literaturwissenschaftlichen Forschens unter dem Imperativ einer Überwindung des Eurozentrismus? Werden in der Forderung nach Kanonerweiterung möglicherweise neue Zentrismen an die Stelle des Eurozentrismus gesetzt? Steckt im philologischen Kern der Komparatistik vielleicht bereits ein Schlüssel zu einer eigenständigen Form der Überwindung des Eurozentrismus oder mündet eine radikale Erneuerung der Komparatistik unweigerlich in die Kulturwissenschaft?