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Caroline Schubert

Caroline_MG_8050

Doctoral Candidate

Address Habelschwerdter Allee 45
Room JK 33/105
14195 Berlin
Email schubertc@zedat.fu-berlin.de

Caroline Schubert hat Deutsche Philologie, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Osteuropastudien an der Freien Universität Berlin studiert.

Während ihres Studiums arbeitete sie als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl Kultur des Osteuropainstituts sowie in verschiedenen international orientierten linguistischen und literaturwissenschaftlichen Projekten, zuletzt am Porter Institut für Poetik und Semiotik der Universität Tel Aviv, Israel. Nach dem Studium folgte eine Anstellung als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Osteuropainstitut der Freien Universität.

Von Oktober 2014 bis September 2015 war Caroline Schubert PreDoc der Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule. Seit Oktober 2015 führt Frau Schubert ihr Projekt als Doktorandin der FSGS weiter.

In den Texten E.T.A. Hoffmanns und Nikolaj Gogol’s werden immer wieder Schreib- und Leseszenen fiktional inszeniert, in denen die Wahrnehmung von Schriftmaterialität problematisiert wird. Der Wechsel von leibesfernen, innerlich erlebten imaginativen Erfahrungen zu taktilen und körperlich-bewegten Erfahrungen der lesenden und schreibenden literarischen Figuren fällt hierbei auf. Mit diesem dynamischen Wechsel wird sich die geplante Arbeit befassen und eine in der bisherigen Forschung vernachlässigte Relation zwischen Blick und Berührung als das zentrale Thema dieser Schrift- und Lektüreinszenierungen herausarbeiten. Das oftmals irritierende, in seinen Brüchen nicht harmonisierbare Spannungsverhältnis zwischen diesen beiden Perzeptionsmodi soll als Reflex der Krise eines körpertranszendierenden Konzepts literarischer Imagination verstanden werden, das als Ergebnis einer Diskursgeschichte der Sublimierung der Imagination gelten kann. Dieses leibesferne Imaginationskonzept schließt eine Sublimierung des visuellen Sinns ein, sodass Imagination als innere Schau begriffen wird. Die Arbeit wird zeigen, dass haptische Erfahrungen der Schriftmaterialität und auch bereits der physisch-optische Blick auf das Schriftartefakt leibesferne Imagination als innere Schau problematisieren, jedoch mitnichten bloß als negative Folie jenes Konzeptes zu sehen sind. Die Arbeit untersucht das Wechselspiel verschiedener Perzeptionsmodi von Schriftmaterialität als eine Dynamik, die als zentrales Motiv diese Texte von innen heraus generiert. Dabei wird die narrativ-strukturelle Kontextualisierung dieser intradiegetischen Szenen, etwa ihre perspektivische Brechung und vor allem ihre Konfrontation mit Erzähleransprachen an fiktive Leser, hergestellt. Ich vermute einen prinzipiellen Bedingungszusammenhang zwischen der intradiegetischen Entfaltung von Körper-/Schriftaffinitäten und der Ausformulierung narrativer Instanzen. Es stellt sich die Frage, ob die intradiegetisch entfalteten Erfahrungsformen von Schriftmaterialität somit auf ein Sensorium des narrativen discours selbst hindeuten mögen, eine spezifische Wahrnehmungsintensität des Erzählens, die sich je nach intradiegetisch exponiertem Sensus der Schriftwahrnehmung unterschiedlich ausprägt.