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Lisa Müller

Die ‚Schriftbildlichkeit‘ zeitgenössischer Lyrik. Literarisches Schreiben zwischen (Medien-)Kulturtechnik und ästhetischer Praxis

Lisa Müller

Freie Universität Berlin

Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule

Doctoral Candidate

Address Habelschwerdter Allee 45
Room JK 33/134
14195 Berlin
Email mueller.lisa@fu-berlin.de

Lisa Müller ist Stipendiatin der Friedrich Schlegel Graduiertenschule seit Oktober 2015 und arbeitet dort unter der Betreuung von Prof. Dr. Georg Witte, Prof. Dr. Jutta Müller-Tamm und Prof. Dr. Elisabeth K. Paefgen. Nach einem Bachelorstudium der Germanistik und Kunstgeschichte in Tübingen schloss sie im Sommer 2014 ihren Master der Neuen deutschen Literatur an der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit zur Visualität von Sprache und Schrift am Bsp. der konkreten Poesie ab ("die elemente des aufbaus neu entdecken." Zur Ikonisierung der Sprache in der visuellen konkreten Poesie). 

Die Schriftbildlichkeit zeitgenössischer Lyrik.
Literarisches Schreiben zwischen (Medien)Kulturtechnik und ästhetischer Praxis

Mein Promotionsvorhaben untersucht die wachsende Relevanz visueller Aspekte in zeitgenössischer Lyrik. Dabei spielt insbesondere die Sichtbarkeit von Schrift auf produktions- und rezeptionsästhetischer Ebene eine entscheidende Rolle. Die elementare These meines Projekts ist, dass sich unter dem Stichwort ‚visuelle Wende‘ nicht nur wissenschaftshistorisch
ein Perspektivenwechsel verzeichnen lässt, sondern dass sich in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend auch das lyrische Schreiben entscheidend und explizit mit Konzepten der Visualität auseinandersetzt. Im Zusammenspiel mit grundlegenden kultur- und medientechnischen Veränderungen ist innerhalb der Lyrik ein Paradigmenwechsel im Vollzug, der die Gattung von ihrer ursprünglich phonozentrisch determinierten Bestimmung zu einer auf Visibilität ausgerichteten Ästhetik führt. Dieser Wandel zeigt sich an Gedichten unterschiedlichster Autoren und Schulen – beispielsweise bei Thomas Kling, Ron Winkler, Simone Kornappel oder Herta Müller. Mein Projekt positioniert sich innerhalb eines international und interdisziplinär geführten Diskurses über Materialität und Medialität von Schrift und integriert diesen in die Lyrikforschung, die die Thematik bisher nur vereinzelt bearbeitet hat. Lyrik wird als besonders sprach- und selbstreflexive Gattung charakterisiert, an der sich das Zusammenwirken gesellschaftlicher, medien- und kulturtechnischer Prozesse abzeichnet und die auf diese Weise einen Schlüssel bietet zur Einsicht in die Wechselverhältnisse, in denen literarische und ästhetische Kommunikation stattfindet.

Vorträge

2016

Inszenierungen von Schrift und Stimme. Räumlichkeit und Zeitlichkeit in zeitgenössischer deutschsprachiger Lyrik — Paper im Rahmen der Annual Conference der German Studies Association im Panel "Lyrik Matters", September 2016.


Poesia ex machina: Apparative und algorithmische Lyrikproduktion — Vortrag im Rahmen der Jahrestagung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule, November 2016.

Ausgerichtete Veranstaltungen

Wie entstehen Raumkonzepte? 1600 und 1900 im Vergleich, Workshop, September 2014, Tübingen

(Onlinepublikation der Beiträge hier)





reflex 6: Wie entstehen Raumkonzepte? Diachrone Blicke auf 1600 und 1900, hrsg. mit Veronica Peselmann, Yvonne Schweizer, Frauke Fitzner und Tim Jegodzinski, Tübingen 2016.

Link zur Onlinepublikation