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Marie Lindskov Hansen

Autofiktion als literarisches und theoretisches Konstrukt

Marie Lindskov Hansen

Freie Universität Berlin

Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule

Doctoral Candidate

Address Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin
Email marie.lindskov.hansen@fu-berlin.de

Deustch:

Marie Lindskov Hansen, geboren 1984 in Kopenhagen, studierte Dänische Sprach- und Literaturwissenschaft (BA) an der Universität Kopenhagen und Europäische Literaturen (MA) an der Humboldt-Universität zu Berlin. Anschließend war sie am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin als Lehrkraft der neueren skandinavistischen Literaturwissenschaft tätig. 

Seit Oktober 2015 ist sie Stipendiatin der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien. 

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Dansk:

Marie Lindskov Hansen, født i 1984 i København, har en bachelorgrad i dansk sprog og litteratur fra Københavns Universitet og en mastergrad i europæisk litteratur fra Humboldt-Universität i Berlin. Herefter har hun fungeret som ekstern lektor i nyere skandinavisk litteratur på Nordeuropa-Institut på Humboldt-Universität i Berlin.

Siden oktober 2015 er hun indskrevet som PhD-stipendiat på Friedrich Schlegel Graduate School of Literary Studies.   

  • Sommersemester 2015: Einführung in die skandinavistische Literaturwissenschaft (Nordeuropa-Institut, HU Berlin).
  • Wintersemester 2014-15: Skandinavischer Modernismus im 20. Jahrhundert  (Nordeuropa-Institut, HU Berlin).

Aktivitäten:

  • 12.04.2016: Vortrag "Autofiktion als literarisches Konstrukt" im Rahmen des MA-Seminar "Autobiographien und Biographien im Wandel". Universität Wien, Österreich.

Autofiktion / Autobiographie

Gattungstheorie

Skandinavische Literaturen (DK / SE / NO)

Promotionsprojekt:

Autofiktion als literarisches und theoretisches Konstrukt

Seit der Jahrtausendwende schlägt eine neue Tendenz in den skandinavischen Literaturen hohe Wellen: Eigenwillige und realitätsbesessene Ichs ziehen nicht nur die Leserschaft, sondern den ganzen Literaturbetrieb in ihren Bann. Literarisch und medial wird dieses Phänomen mit dem Label Autofiktion versehen, welches die experimentelle und freie Mischung aus Fakt, Fiktion und auktorialem Erzählen in den Vordergrund stellt.

Das geplante Dissertationsprojekt untersucht anhand von Beispielen aus den skandinavischen Literaturen von 2000 bis heute die Beschaffenheit der neuen, realitätssuchenden und hypersubjektiven Ich-Literatur sowie den Begriff Autofiktion, der seit seiner Einkehr in die europäischen Forschungsdiskurse definitions- wie auflösungsbedürftig ist.

Die Funktion, Tradition und Zulänglichkeit des Begriffs Autofiktion im generischen und literaturtheoretischen Kontext werden in diesem Projekt anhand aktueller Forschungsdiskurse der Romanistik, Germanistik und Skandinavistik kritisch hinterfragt. In ständigem Dialog mit Werken von u.a. Karl Ove Knausgård  (Norwegen), Lars Norén (Schweden) und Bjørn Rasmussen (Dänemark) wird Autofiktion als zeitgenössisches Denkprinzip und Schreibstil mit Hinblick auf eine präzisierende Erweiterung des Begriffs analysiert. Durch diese komparatistisch angelegte Zusammenführung von europäischen literaturtheoretischen Diskursen mit den skandinavischen Literaturbeispielen schafft das Promotionsprojekt Transparenz und wissenschaftlichen Austausch im transeuropäischen Literaturkontext. Zwischen der romanistischen Forschungs- und Literaturtradition zur Autofiktion, so wie sie in der Germanistik wiederaufgenommen worden ist, und der steigenden Tendenz des autofiktionalen Schreibens in Skandinavien leistet die Dissertation einen exemplarischen Beitrag zur europäischen Literaturforschung, indem sie Autofiktion jenseits der Nationalliteraturen als ein Phänomen der Moderne ergründet.