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Kira Louisa Künstler

Ästhetik der Leichtigkeit in der deutschsprachigen Literatur des 18. bis 20. Jahrhunderts

2015-Louisa Künstler

Freie Universität Berlin

Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule

Doctoral Candidate

Address Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin
Email louisa.kuenstler@fu-berlin.de

Kira Louisa Künstler studierte von 2005 bis 2013 Französisch und Kommunikations- und Medienwissenschaften an den Universitäten Leipzig und Lyon II. Seit 2014 promoviert sie im Fach Deutsche Philologie an der Freien Universität Berlin, seit Oktober 2015 ist sie Stipendiatin der Friedrich Schlegel Graduiertenschule. Aktuell ist sie - zusammen mit Katharina Warda - Sprecherin der Stipendiat*innen der FSGS.

Zur Vorbereitung ihre Projektes erhielt sie Stipendien des Deutschen Literaturarchivs Marbach, der Kurt-Tucholsky-Stiftung sowie der Graduiertenförderung des Landes Berlin (Elsa- Neumann-Stipendium). Sie nahm an verschiedenen Veranstaltungen für Nachwuchswissenschaftler wie der Marbacher Sommerschule (2013) oder der eikones Summer School in Basel (2015) teil.

Künste und Medien im Werk Hugo von Hofmannsthals (Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft / Bachelor-Basisseminar / SoSe 2016)

Forschungsinteressen:

  • Deutsche und französische Literatur
  • Rhetorik, Poetik und Ästhetik, ästhetische und poetologische Terminologie und Metaphorik
  • Beziehungen zwischen Literatur und anderen Künsten

Dissertationsprojekt:

Ästhetik der Leichtigkeit in der deutschsprachigen Literatur des 18. bis 20. Jahrhunderts (Arbeitstitel)

Das Dissertationsprojekt untersucht ästhetische Konzepte der Leichtigkeit in der deutschsprachigen Literatur. Sowohl der Qualität des Leichten als auch dem Prozess der Transformation von Schwere in Leichtigkeit kommt für eine Reihe von Autoren sowie im Kontext bestimmter Stilrichtungen (z.B. Rokoko und Symbolismus) eine Schlüsselstellung zu. Leichtigkeit wird als eine ästhetische Qualität aufgefasst, die im Zuge des dichterischen Produktionsprozesses mit den formalen und sprachlichen Mitteln der Literatur erst herzustellen ist. Als Konzept der ästhetischen und poetologischen Reflexion integriert Leichtigkeit zwei differente semantische Komponenten: die des Gewichts- und Schwerelosen und die des Mühe- und Zwanglosen. Beide Komponenten werden auf vielfältige Weise miteinander verschränkt. An sie knüpfen sich spezifische sprach-, form- und stiltheoretische sowie produktions- und wirkungsästhetische Überlegungen. Auf der Ebene der literarischen Darstellung wird das Postulat der Leichtigkeit durch bestimmte stilistische, kompositorische und narrative Verfahren eingelöst.

Das Ziel des Promotionsvorhabens ist es, Konzeptionen von Leichtigkeit in den Bereichen der ästhetischen Theorie, der poetologischen Reflexion und der literarischen Praxis genauer zu konturieren und ihre historisch je unterschiedlichen Ausformungen in der deutschsprachigen Literatur herauszuarbeiten. Dazu werden fünf ästhetische Entwürfe des Leichten analysiert, die innerhalb bestimmter literatur- und stilgeschichtlicher Kontexte als besonders prägnante hervortreten: Christoph Martin Wielands (Rokoko und Aufklärung), Friedrich Schillers (Weimarer Klassik), Eduard Mörikes (Literarisches Biedermeier) sowie Hugo von Hofmannsthals und Max Kommerells (Klassische Moderne). In den fünf autorenzentrierten Analysen verbindet die Untersuchung jeweils die begriffs- und metapherngeschichtliche Diskussion mit philologischen Textanalysen und der literaturgeschichtlichen Einordnung der identifizierten Formelemente des Leichten.

Publikationen

zs. mit Marcel Lepper: „Horizont“. In: Robert Buch/Daniel Weidner (Hg.): Blumenberg lesen. Ein Glossar. Berlin: Suhrkamp 2014.

Vorträge

„Figur und Figuration als epistemologische und poetologische Konzepte. Paul Valérys Einführung in die Methode des Leonardo da Vinci“. eikones Summer School 2015 „figuration. Szenarien des Übergangs in Literatur, Musik, Theater und Tanz“, eikones NFS Bildkritik, Basel, 30. August bis 4. September 2015.

„Der Tanz als Reflexionsmedium literarischer Leichtigkeit bei Paul Valéry“. Workshop Bewegungsfreiheit. Tanz und Literatur (1900-1950), Karl-Franzens-Universität Graz, 28.-29. November 2014.