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Clemens Dirmhirn

Kafkas Erzählungen als Kulturtheorie in literarischer Verfasstheit

Clemens Dirmhirn

Doctoral Candidate

Address Habelschwerdter Allee 45
Room JK 33/136
14195 Berlin
Email clemens.dirmhirn@fu-berlin.de

Clemens Dirmhirn, geboren 1987 in Linz, studierte Deutsche Philologie und Afrikawissenschaften an der Universität Wien und an der Université Paris Diderot. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Literatur- und Kulturtheorie, deutsch-jüdische Literatur, Intermedialität, Ästhetik und Wahrnehmung, Romantik und produktive Romantikrezeption, Avantgarden, kognitive Metapherntheorie und Editionsphilologie.

In der angestrebten Dissertation richtet sich sein Erkenntnisinteresse auf die Frage, inwiefern ausgewählte Erzählungen Kaf kas eine spezifische Idee von Kultur konstruieren und in welcher Weise sie zum zeitgenössischen Kultur-Diskurs beitragen. Es geht also darum, Literatur als Ort der Theoriebildung zu erkunden. Literatur wird dabei nicht als Anwendungsfall für Theorie, als Beispiel oder Illustration eines theoretischen Gedankens aufgefasst, sondern als Ort des Nachdenkens, der theoretischen Reflexion über Kultur befragt.

Geleitet ist diese Untersuchung von historischen und systematischen Interessen. Historisch liegt der Fokus auf der Zeit um 1900 als Zeit des Umbruchs, als Zeit des Nicht-Mehr und Noch-Nicht, wie sie Kafka so eindringlich in Bilder gefasst hat. Kafkas Nachdenken über Kultur findet dabei nicht im luftleeren Raum statt, sondern steht im Austausch mit anderen kulturtheoretischen Projekten. Dies lenkt die Aufmerksamkeit auf das erwähnte systematische Interesse, auf die Frage nach den Schreibweisen, in denen sich das Nachdenken über Kultur vollzieht. Grundlage für dieses Interesse bildet die Überlegung, dass Sprache und Wissen stets aufeinander bezogen bleiben, dass sie nicht unabhängig voneinander gedacht werden können. Der Blick richtet sich folglich konzentriert auf die Formen, in denen ein solches Nachdenken stattfindet.