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Martin Sebastian Azar

Categorization in Literary Studies

Martin Sebastian Azar

Doctoral Candidate

Address Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin
Email martinazar@zedat.fu-berlin.de

Martín Azar ist Argentinier, geboren in Neuquén, Patagonien. Er hat sein Studium der Literaturwissenschaften in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires absolviert (2005–2010). Anschließend studierte er Vergleichende Literatur und Kulturkritik in Straβbourg, Bologna und Thessaloniki (Master, 2011–2013).

Von Oktober 2014 bis September 2015 war Martin Azar PreDoc der Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule. Seit Oktober 2015 führt Martin Azar sein Projekt als Doktorand der FSGS weiter.

Categorization in Literary Studies

Martin Azars Forschungsprojekt an der FSGS (FU Berlin) basiert auf folgender Annahme: Der Höhepunkt der literaraturwissenschaftlichen Studien (LS) – in den 1960er und 1970er Jahren – ist überschritten, heute stecken sie mitten in einer epistemologischen Krise. Seitdem wird die Notwendigkeit immer deutlicher, sich folgende fundamentalen Fragen zu stellen: Woraus bestehen die LS? Wie weit reichen ihre Aussagen? Welche sind ihre sozialen Funktionen?

Auf dieser Grundlage schlägt Azar in seinem Forschungsprojekt vor, zur Beantwortung dieser Fragen die Literaturwissenschaftlichen Studien wieder in der weit gefassten Disziplin zu verorten, aus der sie stammen: den Geisteswissenschaften. Konkret heiβt das, die vorangestellen Fragen in den Kontext der Diskussion über die Grundlagen der Kulturwissenschaften zu stellen: Was sind die kulturellen Objekte? Was können wir über sie wissen? Welche Erkenntnis können wir aus dem Studium dieser Objekte gewinnen? Diese Fragen wurden in einer Reihe von Traditionen debattiert. Zwei der wichtigsten haben ihren Ursprung in Deutschland: die philosophische Hermeneutik und die Kritische Theorie. Martin Azar nimmt eine vergleichende Untersuchung dieser beiden Ansätze vor. Ziel ist nicht, ein Idealmodell für die Kulturanalyse der Gegenwart zu entwerfen (nämlich zu beschreiben, was wir tun, und vorzuschreiben, was wir tun sollten), sondern eine gemeinsame epistemologische Basis zu bestimmen – wie Gadamer sagen würde – jenseits unseres Wollens und Tuns, wenn wir uns mit Kulturobjekten beschäftigen.